Was sind Boullemöbel?

Mit einer neuartigen Methode, die Oberflächen von Möbelstücken zu veredeln, machte sich André-Charles Boulle um die Weiterentwicklung seines Handwerks, der Tischlerkunst, verdient. Um das Jahr 1700 herum fertigte er die meisten seiner Werke, die heute als Boullemöbel bekannt sind, für seine Auftraggeber an. Zu den Kunden dieses außergewöhnlichen Talents zählten unter anderem der Erzbischof von Köln, König Philipp V. von Spanien und Ludwig de Bourbon, Sohn von Ludwig XIV., dessen Inneneinrichtung im Chateau de Versailles maßgeblich von Boulle beeinflusst wurde.
 
Boullemöbel zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass mittels der sogenannten Boulle-Marketerie, einem technischen Veredelungsverfahren, Oberflächen von an sich schon hochwertigen Möbelstücken weiter aufgewertet werden können. Dabei wird Schildpatt, welches aus Hornschuppen von Meeresschildkröten gewonnen wird, mit Messing oder Zinn kombiniert und auf das Äußere von Mobiliar aufgeleimt. Die dabei entstehenden Gestaltungsmöglichkeiten basieren auf dem Kontrasteffekt des dunklen Schildpatts mit dem hellen Zinn bzw. Messing. Oftmals wurden zur fortgeschrittenen Ausformung der exklusiven Möbelstücke zusätzlich die Metallbestandteile, wie Scharniere oder Zierleisten, mit Motiven graviert.
 
Heutzutage sind Boullemöbel beliebte Antiquitäten der Barockzeit und werden gerne in repräsentativen Räumen von Kunstliebhabern aufgestellt. Originale Vertreter der Boulle-Marketerie sind vergleichsweise teuer, da sie leicht beschädigt werden und bereits kleinste Kratzer eine Gravur empfindlich in ihrem optischen Erscheinen stören können.

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