Was bedeutet Furnier?

Bei Furnier handelt es sich um ein 0,3 mm bis zu 6 mm dünnes Deckblatt aus wertvollem Holz, welches auf ein Trägermaterial aufgebracht wird. Dabei wird das Holz für das Furnier aufgrund seiner Farbgebung oder Maserung ausgewählt, während das Trägermaterial nach Gesichtspunkten wie Dichte oder Preis ausgesucht werden kann. Auf diese Weise lassen sich leichte und preiswerte Möbelstücke mit einer hochwertige Optik und Haptik herstellen. Diese Technik wurde bereits im 14. Jahrhundert vor Christus von den alten Ägyptern angewendet und ist heute bei der Möbelherstellung weit verbreitet.

Arten der Produktion von Furnierblättern

Es haben sich vier Arten der Produktion von Furnierblättern etabliert. Beim Schälfurnier werden die Stämme zunächst durch Kochen oder Dämpfen geschmeidig gemacht. Danach rotieren sie mit hoher Geschwindigkeit gegen einen feststehenden Messerbalken, wobei ein Furnierband abgetrennt wird. Die Staylog-Produktion läuft nahezu identisch ab, wenngleich hier nicht die Stämme, sondern die Messer rotieren. Auch beim Messerfurnier werden die Stämme zunächst gekocht oder gedämpft. Danach werden sie auf einen Schlitten gespannt und längs oder quer gegen ein Messer bewegt. Der hauptsächliche Nachteil dieser Produktionsmethoden ist, dass das Kochen oder Dämpfen Farbveränderungen des Holzes verursacht. Bei Sägefurnier passiert dies nicht. Dieses ist die älteste Herstellungsweise für Furnier: Die einzelnen Furnierblätter werden ohne Vorbehandlung direkt vom Stamm abgesägt. Auf diese Weise lässt sich ein optisch besonders ansprechendes Furnier herstellen. Jedoch werden etwa 50% bis 80% des Stammes zu Sägemehl und Abfall.

Die Kategorien der Furniere

Nach der Verwendung lässt sich Furnier in vier Kategorien unterteilen. Edel- oder Deckfurnier wird an der Oberfläche der Möbelstücke verwendet, um die gewünschte Optik zu erzielen. Unterfurnier wird bei hochwertigen Arbeiten zwischen Trägermaterial und Deckfurnier angebracht, um Schäden oder das Durchscheinen des Trägermaterials zu vermeiden. Blindfurnier wird an Stellen verwendet, die später am Möbelstück nicht mehr sichtbar sind. Es verhindert, dass sich das Werkstück später durch Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen verzieht. Absperrfurnier verhindert allgemein Veränderungen oder Bewegungen des Trägermaterials.

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