Zuhause in Asien

Die asiatische Einrichtungskultur hat die Deutschen bereits im 18. Jahrhundert fasziniert. Damals war es schwierig, Paravents aus Thailand oder Hochzeitsschränke aus der Mongolei in die hiesigen Wohnzimmer liefern zu lassen. Heute geht das über das Internet kinderleicht und deswegen findet sich in vielen Wohnräumen ein Hauch von Asien.

Das Reisen in ferne Länder hat die Menschen schon immer fasziniert, denn nicht nur die fremden Kulturen sind spannend zu entdecken, auch die besondere Form des Wohnens findet bei vielen Menschen schnell gefallen. Der asiatische Einrichtungsstil besticht durch seinen ausgeprägtem Purismus, angelehnt an den sehr reduzierten Stil des Zen. Zen ist eine philosophische Form zum Beschauen der Welt und des Selbst und wird durch Meditation zur Vollendung geführt. Das soll einem zu Ruhe und innerer Gelassenheit verhelfen, und dementsprechend müssen natürlich auch die Räumlichkeiten eingerichtet sein. Grundlegend spielt sich in Asien ein großer Teil des Lebens auf dem Boden ab. Man ist im Schneidersitz auf Bambusmatten gebettet und benötigt dazu nicht mehr als flache Tische, um seine Schale Reis abzustellen. Geschlafen wird auf typisch asiatischen Futons. Das sind sehr flache und gerade Betten, die gerne mit einer harten Matratze ausgelegt sein dürfen.

Asiatischer Wohnstil

Kunst und Einrichtung verschmelzen

Um einzelne Bereiche des Raumes voneinander abzutrennen nutzen Chinesen und Japaner so genannte Shoji-Wände. Diese bestehen aus einer besonderen Form des Papiers, welches durch Bambusstäbe zusammengehalten wird. Beide Materialien sind typisch für Asien. Bambus ist nicht nur ein praktischer Werkstoff zum Möbelbau, Bambus soll auch Glück bringen und wird deswegen gerne für Wohnräume genutzt. Die Papierherstellung hat eine Jahrhunderte alte Tradition in vielen Teilen Asiens. Auch die Schriftkultur ist tief verankert in dieser Tradition und noch immer gibt es viele Schulen, wo man die Kalligraphie mit einem, in Tinte getünchten Pinsel, erlernen kann. Natürlich gibt es die entsprechenden Schriftzeichen auch schon fertig auf Tapeten, Bettwäsche und vielen anderen Dekorationsgegenständen. Um das richtige Ambiente zu erzeugen ist es unerlässlich, mit diesem typisch asiatischen Elementen zu arbeiten und sich bei der Einrichtung in erster Linie auf Naturtöne und naturbelassenes Holz zu konzentrieren.

Wer es ganz genau nehmen möchte, der richtet sich nach der Lehre des Feng Shui. Hierbei geht es darum, durch bestimmte Grundprinzipien durch die der Wahl der Möbelstücke und ihrer späteren Position im Raum dafür zu sorgen, dass die positiven Energien ungehindert fließen. Scharfe Ecken und Kanten oder zugestellte Fenster können den Energiefluss stören, und das soll bei Menschen dazu führen, unruhig und krank zu werden. Feng Shui ist ein sehr umfangreiches und allumfassendes Prinzip, welches sich nicht in wenigen Sekunden erlernen lässt. Es bedarf einiger Studien, die Grundpfeiler asiatischer Einrichtungskultur näher zu erlernen.

Der asiatische Einrichtungsstil hat viel zu bieten

Neben der Lehre über das Wohnen und das Sein auf der Welt sind natürlich auch optische Gesichtspunkte wichtig bei der Wahl der Einrichtung. Ob einem hierbei Brokatkissen aus Tibet oder balinesische Batiken besser gefallen, das kann jeder für sich selbst entscheiden. Der asiatische Kontinent ist groß und dementsprechend hat auch jedes Land seine eigene Vorstellung davon, wie schöner Wohnen am besten funktioniert. Am besten ist es, sich jeweils auf ein Land und seine Besonderheiten zu konzentrieren und nicht zu viele verschiedene Einflüsse untereinander zu mischen. Die Grundlage sollte immer naturbelassenes Holz sein, gerne auch gemischt mit Bambuselementen und Papier in Form von Laternen, Stellwänden und Stehlampen. Obligatorisch gehört auch ein Bonsai-Baum als Dekoelement dazu. Diese sind sehr empfindlich und müssen stets gehegt und gepflegt werden, um ihre volle Pracht zu entfalten. Daneben ist auch ein Teeservice aus Porzellan typisch für einen asiatischen Wohnraum, genauso wie farbenfrohe Kissen mit Drachenstickereien und ein Zen-Garten. Dabei handelt es sich um ein flaches Kästchen, das mit Sand aufgefüllt ist und neben Steinen auch eine kleine Harke beinhaltet. Das Führen der Harke über den Sand soll der Konzentration helfen und innere Spannungen abbauen.

Asiatischer Couchtisch

Auch kleine Zimmerbrunnen sind in Asien beliebt, denn der Fluss des Wassers erinnert an den Fluss des Lebens und ist ebenfalls ein wichtiges philosophisches Element. Besonders wertvoll und edel sind asiatische Hochzeitsschränke. Diese wurden in der Vergangenheit von Generation zu Generation weitergereicht und erstrahlen in glatt lackiertem Schwarz und Rot, oft mit wunderschönen Ornamenten und chinesischen Schriftzeichen bestückt die den Vermählten gute Wünsche mit auf den Weg geben.

Grundsätzlich ist das Thema asiatische Einrichtungsstil ein sehr großes und deswegen ist es zu empfehlen, sich vorher in Ruhe in das Thema einzuarbeiten. Viele Möbel lassen sich problemlos importieren oder können schon in Deutschland als Nachbau erworben werden. Dabei sollten zukünftige Möbelbesitzer auf die Herkunft des Stückes achten, denn oft genug werden geschützte Tropenhölzer zum Möbelbau verwendet. Schutzsiegel geben zuverlässig Auskunft über die Herkunft.

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