Farben

Die ganze Welt der Farben und Farbwahrnehmung

Haben Sie sich auch schon einmal grün und blau oder gar schwarz geärgert? Oder einfach mal einen Tag blau gemacht? Farbe ist fest in unserem Leben verankert: Wir denken, sehen und fühlen in Farbe. Dies drückt sich in unserem Sprachgebrauch ebenso aus wie darin, wie wir Personen, Dingen und Situationen beurteilen und wie unser Körper auf Farben reagiert.

Bereits in der Steinzeit verwendeten Menschen Farben, um ihre Empfindungen auszudrücken. Die in der weltberühmten Höhle im französischen Lascaux entdeckten farbigen Wandmalereien werden von Experten auf 17.000 v. Chr. geschätzt. Unser Wohlbefinden, unsere Konzentrationsfähigkeit und unsere Ausgeglichenheit werden durch Farben beeinflusst. Farben können anregen, fröhlich stimmen, beruhigen oder traurig machen. Sie können messbare körperliche Veränderungen hervorrufen, beispielsweise den Blutdruck erhöhen, den Stoffwechsel beschleunigen oder die Augen ermüden. Farben können den Eindruck von Weite oder Beengtheit vermitteln, von Frische, Gesundheit oder Gefahr. Diese und andere Erkenntnisse macht man sich auch bei der Raumgestaltung zunutze. Neben den Farbvorlieben jedes Einzelnen kommt es dabei auch entscheidend auf die Farbkombinationen und die verschiedenen Farbnuancen an. Wer schon einmal selbst Farben gemischt oder einen Farbfächer verwendet, kennt das Phänomen. Durch die Zumischung von Weiß werden Farben aufgehellt und durch die Zumischung von Schwarz abgedunkelt, wodurch sich eine Vielzahl an Nuancen erzielen lässt.

Was sind Farben und wie funktioniert unsere Farbwahrnehmung?

Farbe lässt sich nie aus ihrem jeweiligen Wahrnehmungszusammenhang lösen. Wir sehen nicht einfach eine Farbe. Eine Farbe ist immer an einen Gegenstand oder an ein Material gebunden, zum Beispiel sehen wir eine blaue Tür oder eine grüne Wiese. Farben werden grundsätzlich in Körperfarben und Lichtfarben unterteilt. Körperfarben bezeichnen Gegenstände, die in unserer Wahrnehmung einen farbigen Eindruck hervorrufen und Lichtfarben bezeichnen die Farbe einer Lichtquelle, zum Beispiel die Sonne, eine Glühlampe oder Kerze. Wie eine Farbe wahrgenommen wird, hängt neben dem Wahrnehmungszusammenhang von den Lichtverhältnissen und von der Oberflächenbeschaffenheit des Körpers ab, auf den das Licht fällt. Die meisten haben schon einmal einen Fehlkauf getätigt, weil die Farbe im Kunstlicht des Ladens vollkommen anders wirkte als später bei Tageslicht. Das festliche dunkelrote Kleid, das Figur und Teint im Laden noch schmeichelte, wirkt im Tageslicht auf einmal aggressiv und macht die Haut unangenehm fahl ... Eine grüne Wiese leuchtet bei Sonnenschein entsprechend auch satter als bei bewölktem Himmel. Je dunkler ein Gegenstand, auf den Licht trifft, desto mehr davon absorbiert oder verschluckt er. Je heller der Gegenstand, desto mehr Licht reflektiert er, gibt es sozusagen wieder an die Umgebung ab.

Wir können etwa zwischen 100.000 und einer Million Farbnuancen unterscheiden und nehmen rund 80 Prozent unserer Eindrücke über den Sehnerv wahr. Dabei ist die Farbe, die wir wahrnehmen, naturwissenschaftlich gesehen farbloses Licht mit einer Wellenlänge zwischen etwa 400 und 700 Nanometern. Fällt ein Lichtstrahl auf einen Gegenstand, trifft der nicht absorbierte Teil des Lichtes als Farbreiz auf die Sensoren der Netzhaut des menschlichen Auges bestehend aus so genannten Stäbchen, die für die Unterscheidung in Hell und Dunkel verantwortlich sind und drei Arten von so genannten Zapfen, die besonders empfindlich auf die verschiedenen Spektralbereiche des Lichts (Rot, Grün oder Blau) reagieren. Diese Sensoren wandeln den Farbreiz in elektrische Nervenimpulse um und leiten ihn an das Farbzentrum des Gehirns weiter, wo die verschiedenen Farbreize mit den Hell- und Dunkelreizen zusammengeführt werden, woraus die Farbwahrnehmung entsteht.

Farbe an sich ist also nichts Gegenständliches, sondern wird erst in unserem Gehirn als Sinneswahrnehmung durch die Lichtstrahlung hervorgerufen, die von dem betrachteten Gegenstand reflektiert wird.

Sichtbares Lichtspektrum

© Peter Hermes Furian - Fotolia.com

Einflussfaktoren auf unsere Farbwahrnehmung

Den stärksten Einfluss darauf, wie wir eine Farbe wahrnehmen, haben die Beschaffenheit des einfallenden Lichts und die vom angestrahlten Gegenstand reflektierte Lichtmenge. Ein weiterer zentraler Faktor bei der Farbwahrnehmung ist der so genannte Simultankontrast. Darunter versteht man die unterschiedliche Wirkung von nebeneinander liegenden Farben auf das Auge. Die Bezeichnung Simultankontrast meint, dass das Auge zu einer wahrgenommenen Farbe automatisch durch die Ergänzung durch die Komplementärfarbe einen Ausgleich schafft. Unter Komplementärfarben, auch Gegenarben genannt, versteht man die Farben, die miteinander gemischt Grau ergeben, zum Beispiel ist Rot die Komplementärfarbe zu Grün. Konzentrieren wir uns zum Beispiel auf einen roten Gegenstand, werden die rotempfindlichen Zapfen auf der Netzhaut so stark angesprochen, dass sie ermüden, so dass für kurze Zeit die Komplementärfarbe Grün stärker wahrgenommen wird. Je nachdem, vor welchem Hintergrund wir eine Farbe sehen, ändert sich daher der vom Betrachter wahrgenommene Kontrast, ohne dass sich die Farbe tatsächlich verändert.

Additive und subtraktive Farbmischung

Bei der Mischung von Farbe unterscheidet man die additive und die subtraktive Farbmischung. Bei der additiven Farbmischung ergeben sich durch die Überlagerung von Lichtstrahlen der Grundfarben Rot, Grün und Violettblau hellere Farbtöne. Liegen sämtliche Lichtstrahlen passgenau übereinander, entsteht im Auge des Betrachters Weiß. Nach diesem Prinzip funktionieren zum Beispiel der Fernseher und der Computer-Monitor. Die subtraktive Farbmischung funktioniert durch Mischung von Farbschichten aus Gelb (Englisch Yellow), Magentarot (Englisch Magenta) und Cyanblau (Englisch Cyan). Diese drei Farbschichten absorbieren jeweils bestimmte Spektralbereiche des Lichts. Legt man alle drei wie Filter übereinander, absorbiert jede einzelne ihren jeweiligen Spektralbereich und lässt keine Strahlen mehr durch, so dass Schwarz entsteht. Dieses Prinzip ist bekannt aus dem vierfarbigen Druck und aus der Fotografie. Schwarz (Englisch Key) wird noch hinzugefügt, da die Mischung der drei Ausgangsfarben häufig nicht ausreichend Tiefe beim Druckergebnis erzielt.

Farbenlehren und ihre Begründer

Ansätze, die zu ergründen versuchen, was es mit den Wirkungen und den verschiedenen Gesetzmäßigkeiten von Farben auf sich hat, wurden bereits in der Antike entwickelt. Seit dieser Zeit wurden weitere zahlreiche Farbenlehren von Philosophen, Malern, Mathematikern, Physikern und anderen Gelehrten entwickelt, die sich dem Thema von verschiedenen Standpunkten aus näherten. Die Farbenlehre beschäftigt sich allgemein mit der Entstehung von Farbreizen, den Gesetzen der Farbmischung, der Kategorisierung von Farben und der mathematischen Darstellung von Farbwahrnehmungen. Bis heute existiert keine allgemein anerkannte wissenschaftliche Farbenlehre. Einerseits überschneiden sich die verschiedenen Theorien und bauen aufeinander auf, andererseits beleuchten sie verschiedene Aspekte und kommen zu unterschiedlichen Erklärungsansätzen. Aussagekräftige Beispiele dafür sind Leonardo da Vinci, Johann Wolfgang von Goethe und Harald Küppers, die jedoch nur einen kleinen und keineswegs repräsentativen Ausschnitt aus den im Laufe der Geschichte entwickelten Theorien darstellen.

Leonardo da Vinci

Der Künstler, Bildhauer, Naturforscher, Architekt und Techniker Leonardo da Vinci, der im 15. Jahrhundert in Italien lebte, war fasziniert von Farben und deren Wirkung. Seine Erklärung, wie die verschiedenen Farben einander „Anmut verleihen“, stützt sich auf den Regenbogen, der für ihn die Harmoniegesetze der Natur vereint. Harmonisch wirkten für ihn die benachbarten Farben des Regenbogens, aber auch die Komplementärfarben Rot und Grün.

Da Vinci ging in seinen Schriften auch auf für ihn disharmonische Farbkombinationen ein, beispielsweise Blau mit Gelb. Daneben beschrieb er das Phänomen der gegenseitigen Beeinflussung von Farben durch den Simultankontrast. Seine Theorie umfasst 8 Grundfarben, die nicht aus anderen Farben gemischt werden konnten. Diese Erkenntnis ist heute allgemein anerkannt, fand jedoch in den Theorien der folgenden Jahrhunderte keine Beachtung.

Johann Wolfgang von Goethe

Als sich Johann Wolfgang von Goethe im 18. Jahrhundert mit der Farbenlehre beschäftigte, bemühte er sich, diese ganzheitlich zu betrachten und naturwissenschaftliche ebenso wie ästhetische und psychologische Aspekte zu vereinen. Goethe misst der Farbe „in der Reihe der uranfänglichen Naturerscheinungen“ einen hohen Stellenwert zu. Er untersuchte unter anderem harmonische und unharmonische Farbzusammenhänge, charakteristische Farbzusammenstellungen sowie die Verbindung von Hell und Dunkel und erkannte Prinzipien der Wahrnehmung von Farben durch das Auge, beispielsweise den Simultankontrast. In Goethes bis heute bekanntem Farbenkreis zur „Symbolisierung des Menschlichen Geistes- und Seelenlebens“ wird jeder Farbe eine menschliche Eigenschaft zugeordnet: Rot = schön, Gelbrot = edel, Gelb = gut, Grün = nützlich, Blau = gemein, Blaurot = unnötig. Den Teil seines Farbkreises vom Gelb zum Rot mit den „warmen Farben“ bezeichnete Goethe als Plusseite und die andere Hälfte vom Grün zum Blau mit den „kalten Farben“ als Minusseite. Goethe hielt seine Farbtheorie für bedeutender als sein schriftstellerisches Werk und widersprach mit seiner Theorie zu vehement Isaac Newton, der zur selben Zeit durch sein Experiment mit einem Glasprisma herausgefunden hatte, dass sich weißes Licht aus Einzelfarben zusammensetzt. Für Goethe hingegen waren Farben keine Bestandteile des Sonnenlichts, sondern sie entstanden nach seiner Ansicht aus dem Zusammenspiel von Licht und Dunkel. Goethes Auffassung gilt heute als widerlegt, doch vor allem seine Überlegungen zur „sinnlich-sittlichen Wirkung der Farbe“ sind auch heute noch von Bedeutung. Er legte damit den Grundstein für die moderne Farbpsychologie.

Göthes Farbenkreis

Farbenkreis, aquarellierte Federzeichnung von Goethe, 1809

Harald Küppers

Ein international anerkannter zeitgenössischer Farbtheoretiker ist Harald Küppers. Der 1928 geborene Reprotechniker und Ingenieur der Drucktechnik legte seiner „neuen Farbenlehre“ die Gesetzmäßigkeiten des Sehens zugrunde, da Farbe ausschließlich im Gehirn der Person existiert, die einen Farbreiz wahrnimmt. Ausgehend von den drei durch die Zapfen auf der Netzhaut wahrgenommenen von ihm benannten „Urfarben“ Orangerot, Grün und Blauviolett bestimmt er 8 Grundfarben. Diese bestehen aus den von ihm benannten „bunten Farben“ Gelb, Magentarot, Cyanblau, Violettblau, Grün und Orangerot und den „unbunten Farben“ Weiß und Schwarz. Daneben führt er die Unterscheidung von lasierenden (transparenten) und opaken (deckenden) Farben ein. Küppers Rhomboeder-Farbraum aufgebaut auf den drei „Urfarben“ ist ein räumliches Ordnungssystem, in dem jede Farbnuance als Zahl dargestellt werden kann.

Rhomboeder, Spezialfall eines Parallelepipeds

Rhomboeder, Spezialfall eines Parallelepipeds

Der zuvor von mehreren Theoretikern verwendete Farbenkreis ist laut Küppers eine „willkürliche Erfindung“, da sich die darin dargestellten Farben nicht mit den Gesetzmäßigkeiten des Sehens in Einklang bringen ließen. Daraus ableiten lässt sich das eindimensionale Sechseck mit den verschiedenen „Buntarten“ an jeder Ecke angeordnet und den „Unbuntarten“ als Gerade dargestellt. Aus den Beziehungen der einzelnen Farbnuancen untereinander, die Küppers als verschiedene Teilmengen der 8 Grundfarben definiert, leitet er 4 verschiedene ästhetische Unterscheidungsmerkmale von Farbharmonien ab, für die er neue Begriffe einführt: die Buntart (übliche Bezeichnung Farbton), die Unbuntart (übliche Bezeichnung Grauton), den Buntgrad (übliche Bezeichnung Sättigung) und die Helligkeit. So gewinnt er neue Möglichkeiten für Darstellung und Erklärung der verschiedenen Farbwirkungen und -harmonien. Küppers unterscheidet außerdem 11 Farbmischgesetze, die er als „Manipulationsmöglichkeiten des Sehorgans“ zum Erzielen von bestimmten Farbempfindungen definiert.

Farbpsychologie – wie werden wir von Farben beeinflusst?

Die Farbpsychologie untersucht, welche Wirkungen Farben auf den Menschen ausüben. Seit Menschengedenken werden Farben mit Emotionen verbunden und lösen bei uns unbewusst Reaktionen und Assoziationen aus. Eine psychologische Untersuchung hat gezeigt, dass bei der Bewertung von verschiedenen Farbkreisen identischer Größe der Farbe Rot ein höheres Gewicht zugeordnet wurde als Grün, Blau und Orange. Gelb stellte sich in der Wahrnehmung der Probanden als die leichteste dieser Farben heraus. Auch unser Geschmackssinn ist an die Farbwahrnehmung gekoppelt. So fanden Psychologen in einer anderen Untersuchung heraus, dass Wein den Probanden in rotem und blauem Umgebungslicht besser schmeckte als in weißem oder grünem. Auch waren diese bereit, für denselben Wein bei rotem Licht betrachtet mehr auszugeben als bei grünem. Diese und ähnliche Effekte macht sich auch die Werbung zunutze und stützt sich dabei auf die in den verschiedenen Kulturkreisen verwurzelte Symbolkraft von Farben. So wird man für eine Wiese, die auf dem Foto einer Anzeige für Rasendünger erscheint, ein sattes, saftiges Grün wählen, statt sich für ein fahles Grünbraun zu entscheiden. Es gibt Farben, die eine kulturübergreifende Symbolkraft besitzen. Rot ist eine solche Farbe und steht unter anderem für Liebe, Leidenschaft und Energie. Weiß ist zwar in unserem westlichen Kulturkreis mit positiven Attributen wie Reinheit, Unschuld, Unendlichkeit besetzt, in China wird Weiß hingegen mit Alter, Trauer und Tod verbunden. Wir übernehmen unbewusst die überlieferte Farbsymbolik des Kulturkreises, in dem wir aufwachsen. Im Laufe unseres Lebens kommen individuelle Farbassoziationen hinzu und unser Farbempfinden und unsere Farbvorlieben verändern sich.

Der Lüscher-Farbtest

Ein bekannter Farbtest ist der Lüscher-Farbtest, der 1947 von dem Schweizer Psychologen und Philosophen Max Lüscher zur Erfassung der psychischen Verfassung und des körperlichen Zustandes von Menschen entwickelt wurde. Dieser Test basiert auf Lüschers These, dass die Wahrnehmung der von ihm als „Grundfarben“ bezeichneten Farben Rot, Gelb, Blau und Grün objektiv sei, die Bewertung der jeweiligen Farbe dagegen subjektiv. Bei diesem Test wählt man aus 73 Farbmustern – in der Kurzform des Tests acht Farben – seine Lieblingsfarben aus und ordnet sie von der beliebtesten zur unbeliebtesten Farbe. Dies wird zweimal durchgeführt, bevor anhand eines Auswertungskataloges Schlüsse von der Farbrangfolge auf die Persönlichkeit der Testperson gezogen werden. Kritiker bezeichnen den Test als pseudowissenschaftlich und weisen darauf hin, dass eine objektive Farbwahrnehmung nicht existiert und dass die jeweilige Rangfolge der Farben nicht zuletzt von der Tagesform der jeweiligen Testperson abhängt. Nach wie vor erfreut sich der Test jedoch großer Beliebtheit und wird häufig von Personalabteilungen bei Bewerbungsgesprächen eingesetzt. Wer den Lüscher-Farbtest ausprobieren und für sich selbst überprüfen möchte, ob etwas Wahres dran ist, findet online verschiedene Varianten.

(Der kurze Lüscher-Farbtest in englischer Sprache: http://kahome.eu/)

Befragung zur Symbolik und Wirkung von Farben

Die Soziologin und Psychologin Eva Heller hat in den Jahren 1998 bis 2000 rund 2.000 Männern und Frauen in Deutschland nach ihren Lieblingsfarben gefragt und welche Begriffe sie mit verschiedenen Farben assoziieren. Dabei wurden jedoch nur allgemeine Farbbezeichnungen wie Blau, Grün, Rot verwendet, ohne genaue Aussagen zu den einzelnen Farbtönen zu treffen.

Die Befragung ergab unter anderem, dass Blau die Lieblingsfarbe von 40 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen ist und vor allem mit Ferne, Weite, Unendlichkeit, Vertrauen und Zuverlässigkeit assoziiert wird. Kälte, Entspannung, Männlichkeit und Sportlichkeit wurden ebenfalls von den meisten Befragten mit der Farbe Blau verbunden.

Rot – die älteste überlieferte Farbbezeichnung – wurde von 20 Prozent der Männer und Frauen als Lieblingsfarbe genannt. Rot steht traditionell für Liebe (70 Prozent der Nennungen) und wurde außerdem mit Leidenschaft, Aufregung, Impulsivität, Energie, Erotik und Sexualität assoziiert. Je negativer eine Leidenschaft bewertet wurde, desto stärker wurde Rot in Kombination mit Schwarz assoziiert. Die meistgenannten negativen Assoziationen mit der Farbe Rot waren Hass und Aggressivität.

Grün stand für die meisten Befragten für Frühling, Lebendigkeit, Hoffnung, Frische und Gesundheit, wurde jedoch auch mit Gift, Saurem und Bitterem verbunden.

Nur 8 Prozent der Befragten nannten Schwarz als ihre Lieblingsfarbe, das überwiegend mit Trauer, Leere, Härte, Bedrohung und Brutalität, von rund einem Viertel der Befragten jedoch auch mit Eleganz und Stärke assoziiert wurde. Die Farbe Rosa wurde als typisch weiblich eingeordnet und als Symbol für Zärtlichkeit, Weichheit, das Kindliche, Sanftheit und Sensibilität bezeichnet. Auch Schwärmerei, Romantik, Süße und Unsachlichkeit wurden von über 20 Prozent der Befragten genannt. Gelb ist die Farbe, die bei der Befragung am zwiespältigsten wahrgenommen wurde. Sie wurde einerseits mit Sommer und Optimismus assoziiert, jedoch ebenso mit Neid, Eifersucht, Geiz und Verlogenheit. Weiß wurde mit Glaube, Frömmigkeit, Vollkommenheit, dem Guten und Ewigen verbunden und stand für die Befragten für Anfang, Neubeginn, Sauberkeit, Unschuld und Einfachheit. Auch Neutralität, Ehrlichkeit, Wissenschaft, Sachlichkeit und Funktionalität wurden mit Weiß assoziiert. Trotz der zahlreichen positiven Zuordnungen gaben nur 3 Prozent der Befragten an, dass Weiß ihre Lieblingsfarbe sei. Violett wurde – ähnlich wie Gelb – ebenfalls relativ zwiespältig von den Befragten gesehen. Es wurde als Farbe der Eitelkeit, als Symbol für das Extravagante und Außergewöhnliche, Unkonventionelle und für Phantasie genannt, jedoch ebenfalls in Verbindung mit Künstlichkeit Unnatürlichkeit, Zweideutigkeit und Unsachlichkeit gesehen. Die Farbe Gold symbolisierte für die meisten das gleichnamige Edelmetall und wurde vor allem mit Reichtum, Stolz, Luxus und Festlichkeit verbunden. Die Farbe Braun wurde von den Befragten am stärksten abgelehnt und mit Faulheit, Völlerei, Spießigkeit, dem Unerotischen und Altmodischen assoziiert. Im Gegensatz dazu ist Braun im Wohnbereich ebenso wie in der Mode sehr beliebt und setzt Trends an Wänden, bei Möbelstücken und Böden. Grau symbolisierte für die Befragten vor allem Gleichgültigkeit, Gefühllosigkeit, Einsamkeit, Unfreundlichkeit und Mittelmäßigkeit, daneben Unsicherheit, Bescheidenheit und Introvertiertheit. Zur Farbe Silber wurden in der Befragung kaum Aussagen getroffen. Die häufigsten spontanen Assoziationen waren Gold und Schnelligkeit, nur ein Prozent der Männer nannte Silber als Lieblingsfarbe, bei den Lieblingsfarben der befragten Frauen kam Silber hingegen überhaupt nicht vor. Orange ist nach Braun die mit Abstand unbeliebteste Farbe. Sie wurde mit Billigkeit und Aufdringlichkeit assoziiert, gleichzeitig wurden jedoch etwa genauso viele positive Assoziationen wie Vergnügen, Lustigkeit und Geselligkeit für die Farbe Orange genannt.

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